Fenster zum Hof

Ich schlafe gerne mit offenem Fenster. Zum Innenhof.
Die Intimität und der Alltag der Anderen , das Außen Leben dringen durch die Jalousien in mein Zimmer ein. Durchlässigkeit.
Ich liebe es, mit geschlossenen Augen auf mein Bett zu liegen und die Geräusche zu lauschen. Zu erraten, was es ist.
So entstehen Geschichten. Aus dem lauschen. Feines beobachten. Heute ein Beobachten mit den Ohren.
Geschichten, die vom Alltag und vom Leben erzählen.
Aus meinen Notizen von heute Morgen:
Wie jeden Morgen gurren die Tauben. Ununterbrochen. Sie haben sich direkt neben meinem Fenster im Efeu eingenistet. Ich höre den Schlag ihrer Flügeln, als ob sich aufregen würden oder bereit wären für was auch immer…
Ein Mann hustet. Mehrmals hintereinander. Der Husten eines Rauchers.
Eine Wohnung wird mit Staubsauger sauber gemacht. Dem Geräusch nach, vor allem die Teppiche, die vom Staub befreit werden. Mit viel Energie. Wer kommt überhaupt auf die Idee, so früh morgen zu putzen… 😉.
Jetzt wird die Spülmaschine ausgeräumt. Keramik-Teller aneinander gestapelt und das Besteck in der Schublade aufgeräumt. Die Schublade klemmt ein wenig.
An der Ampel wird gehupt. Die ungeduldigen Autofahrer, die gerne 1 Minute früher am Ziel ankommen möchten.
Ein Flugzeug… wohin fliegt er gerade? Ich möchte mit 😊
Übrigens nutze ich diese Übung nicht nur als Autorin, sondern als Mentorin, weil sie meine Kundinnen in das Hier und jetzt bringt. In die Achtsamkeit.
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